Choralschola

Die Choralschola in Gemen ist eine Einrichtung, die es schon seit vielen Jahrzehnten gibt. Vor und nach dem zweiten Weltkrieg (weiter vorher gibt es kaum Aufzeichnungen) gab es in der Marienkirche am Sonntag drei Heilige Messen (bei Priesterexerzitien auch mehr). Die letzte Messe wurde stets als lateinisches Choral-Hochamt gefeiert.

 

Organist war der Lehrer Heinrich Schmidt, der keine Messe und keine Andacht versäumt hat. Die Choralschola bestand damals aus einigen Männern, in Erinnerung davon ist vor allem Fischermeister Josef Kipp. (Wer sich an andere Sänger erinnert, wird um Infos gebeten.) Gesungen wurde von der Orgel aus, die damals noch ein Neu-Gotisches Gehäuse hatte. Unter der Amtsführung von Pastor Karl Bocke wurde vor einigen Jahrzehnten – die alte Orgel genügte nicht mehr den Anforderungen – eine gebrauchte Orgel angeschafft, die mit ihrem barocken Gehäuse besser in die Kirche passt.

 

Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil mit den liturgischen Veränderungen und als dann die Christus-König Kirche gebaut war, schlief die Choralschola ein. Es bestand kein Bedarf mehr an lateinischen Gesängen.

 

In den 70er oder 80er Jahren regte Josef Kipp immer wieder an, die Schola wiederzubeleben. Das war seine Herzensangelegenheit. Das gelang schließlich, weil sich verschiedene Organisten bereit erklärten, die Gesänge mit der Schola zu üben und in den Messen zu begleiten. Zu nennen wäre da unter anderem Herr Knickenberg und später dann die Organistinnen und Organisten der Pfarrgemeinde. Es fanden sich auch einige Männer, die zum großen Teil die lateinischen Messen noch kannten.

 

Heute singen in der Schola etwa 6 – 8 Herren. Die Schola wird vor allem für die beiden Schlussandachten in der Fastenzeit und an Christkönig eingesetzt. Lateinische Ämter werden nur noch sehr selten gesungen.